6 Tipps für einen guten Start in den Frühling
- Margot Freiler
- 12. März
- 4 Min. Lesezeit

Frühling ist mehr als nur ein Kalender-termin – Abgesehen davon, dass es meine Lieblingsjahreszeit ist, ist es auch die Zeit, in der wieder Bewegung ins Leben kommt und die Energie nach vorne gerichtet ist. Nach den kalten Wintertagen erwärmt sich nun langsam die Luft und löst Natur und Mensch aus der Zurückgezogenheit, oder wie ich es auch gerne nenne, aus der Winterstarre.
Beim Blättern in einer Zeitschrift habe ich folgende wunderbare Beschreibung von Tiffany Francis-Baker für diesen Moment gefunden, den wir gerade erleben, den Moment, in dem zu spüren ist, dass der Frühling nicht mehr weit ist: „Es gibt nichts, was so unglaublich ist, wie den Frühling zu erspähen. Als würde ein Tier, das aus seinem Winterschlaf erwacht ist und verzweifelt darauf wartet freigelassen zu werden, um deine Brust herumlaufen.“
In der Praxis spüren viele Menschen den Wechsel bereits, wenn die Tage länger werden, die Temperaturen steigen und die Natur zu wachsen beginnt. Der zunehmende Lichtanteil setzt eine positive Grundstimmung frei, steigert Motivation und Kreativität.
Allerdings ist der Körper nach dem Winter oft noch in einer leichten Schonphase; der Frühling lädt jetzt zu sanfter Mobilisierung und Bewegung ein. Die milderen Temperaturen unterstützen den Stoffwechsel, aber auch die Abwehrkräfte müssen sich wieder stabilisieren, da der Körper sich von der Winterlast befreit.
Der Frühling gilt bei uns als jene Zeit, in der wir entschlacken, Giftstoffe ausscheiden und frische und dynamische Energien in uns erwecken wollen. Es ist daher zu empfehlen, Alkohol, Fleisch- und Fettkonsum zu reduzieren, um Leber und Gallenblase zu entgiften, und uns hauptsächlich von frischem Gemüse, Getreidegerichten (insbesondere Grünkern, Dinkel und Weizen) und vielen frischen Kräutern zu ernähren. Dies sorgt auch psychisch für Entspannung, weil leichte Pflanzenkost die Verdauungsarbeit erleichtert.
DIE TCM UND DER FRÜHLING
Astronomisch beginnt bei uns der Frühling am 21. März und endet mit der Sommersonne am 20. oder 21. Juni. Laut TCM allerdings hat der Frühling schon Mitte Februar begonnen. Was tut sich in dieser Wandlungsphase, das dem Element Holz zugeordnet wird: Das Yin (steht u.a. für Ruhe) ist im Abnehmen und das Yang (steht u.a. für Aktivität) steigt wieder. Grün ist die entsprechende Farbe für diese Jahreszeit. Holz symbolisiert das sprießende junge Grün des Frühlings, und der Bambus ist wohl das treffendste Symbol für diese Wandlungsphase: grün, schnell sprießend, ungemein stark und trotzdem nach allen Seiten beweglich.
Ohne zu sehr ins Detail gehen zu wollen, nur soviel: Im körperlichen Bereich sind dem Holz die Leber und die Gallenblase zugeordnet. Die Leber sorgt für einen harmonischen Energiefluss, für das so genannte „freie Fließen von Qi“ im Körper. Außerdem speichert die Leber Blut, versorgt die Sehnen und Gelenke und erhält so den Körper geschmeidig und elastisch. Die Gallenblase hingegen ist unser Entscheidungsträger nach außen – so wird jemand mit einem harmonisch fließenden Leber- und Gallenblasen-Qi einerseits flexibel in seinem Denken und Handeln sein, andererseits Entscheidungen schnell, aber doch gut überlegt fällen können. Gerade dieser Funktionskreis ist von besonderer Wichtigkeit, regelt er doch nicht nur den Energiefluss in seinen eigenen Organen, sondern ist auch für die Harmonie in allen anderen Funktionskreisen verantwortlich.
Eine unausgeglichene Leber kann zu Spannungen, Frustration oder Unruhe führen.
EINIGE TIPPS UM DIE LEBER ZU UNTERSTÜTZEN

Entspannung
Um gut zu funktionieren, braucht die Leber Ruhe und Gelassenheit. Daher ist es wichtig, dich nicht unter Druck zu setzen, dich nicht zu stressen. Ein paar tiefe, bewusste Atemzüge im Alltag wirken beruhigend.
Ausreichend Schlaf
Laut Organuhr ist die Leberzeit zwischen 1 und 3 Uhr früh. Davor, von 23 bis 1 Uhr, hat die Gallenblase ihre energetische Hochzeit, daher darf ein gesunder Schlaf schon vor Mitternacht beginnen.
Frische grüne Lebensmittel
Bei der Ernährung darfst du gerne auf frische, grüne Nahrungsmittel, wie verschiedene Salate, Kräuter, Spinat, Mangold, Brokkoli, Frühlingszwiebel, Lauch, Gurke oder Spargel zurückgreifen. Sehr willkommen sind auch viele Obstsorten, Zitrone, Rhabarber, Joghurt und Tomaten, die Zubereitungsarten Blanchieren, Dünsten und Dämpfen bringen auch aufsteigende Energie und Leichtigkeit ins Essen.
Bewegung
Sanfte regelmäßige Bewegung, die Freude macht, gehört ebenso zum Wohlfühlpaket. Mit reichlich Bewegung im Grünen (und auch mit der richtigen Ernährung) kannst du in dieser Jahreszeit dafür sorgen, dass dein Qi wieder in Fluss kommt.
WARUM GIBT ES FRÜHJAHRSMÜDIGKEIT?
Der Körper stellt sich auf die neue Jahreszeit ein, was Zeit und Energie beansprucht. Er passt sich den veränderten Licht- und Temperaturverhältnissen an. Melatonin- und Serotoninrhythmus können sich verschieben und längere Tage bedeuten oft späteren Tagesrhythmus, der dann auch den Schlafrhythmus beeinflusst. Pollenallergien können Müdigkeit verursachen, auch wenn der Körper entgiftet und sich regeneriert, kann dies zu Müdigkeit führen.
6 TIPPS GEGEN FRÜHJAHRSMÜDIGKEIT
Wenn die Frühjahrsmüdigkeit zuschlägt, können die folgenden alltagstauglichen Tipps Abhilfe schaffen:
Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft: Tägliche kurze Spaziergänge oder leichtes Cardio, ideal morgens.
Sanfte, leichte Ernährung (siehe dazu auch den Abschnitt "Frische grüne Lebensmittel"): Viel Obst, Gemüse, Vollkorn, mageres Protein und ausreichend Wasser; milde warme Mahlzeiten.
Schlafrhythmus stabilisieren: Versuche, jeden Tag zur gleichen Uhrzeit ins Bett zu gehen und aufzustehen, auch am Wochenende. Schon direkt nach dem Aufstehen reichlich Tageslicht ins Gesicht oder ins Zimmer lassen, um deinen zirkadianen Rhythmus zu synchronisieren. Schon 5–15 Minuten Tageslicht am Fenster oder im Freien können Signale an das Gehirn senden, die Stimmung und Wachheit verbessern. Abends Bildschirmlicht reduzieren: Vermeide mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen helle Bildschirme (Handy, Computer, TV). Falls nötig, nutze warme Lichtquellen oder Blaulichtfilter. Abendrituale: Entspannende Routinen vor dem Schlafengehen (lesen, warme Dusche, leichte Dehnübungen) unterstützen ein leichteres Einschlafen.
Koffein zeitlich steuern: Vermeide koffeinhaltige Getränke am Nachmittag/Abend.
Frühlingsroutine für Leber und Qi: Plane aktive Pausen im Alltag ein, um Anspannungen abzubauen (Spaziergang, Musik hören, kurze Dehnübungen). Kurze Meditation, Atemübungen (tiefe Bauchatmung) oder sanfte Yoga-Sequenzen helfen, in die Entspannung zu kommen oder entspannt zu bleiben.
Sonnenlicht und Frische: Plane kurze Pausen im Freien ein, um Frühlingsluft und Sonne zu tanken. Kurze Pausen im Tageslicht unterstützen die Serotoninproduktion.
Zum Abschluss noch eine Empfehlung: Wir machen es wie die Natur und blühen auf!
BUCHTIPPS:
Tiffany Francis-Baker: Im Flow mit den Jahreszeiten. München: Knesebeck GmbH & Co Verlag KG 2025
Katharina Ziegelbauer: Eine starke Leber durch richtige Ernährung. Wien: Kneipp Verlag 2018
Mike Mandl: Die Leber und die Laus. Was unsere Organe zu sagen haben. Mit Illustrationen von Bia Grabner. Schiedlberg: BACOPA Verlag 2022
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