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Unperfekt ist gut genug

  • Autorenbild: Margot Freiler
    Margot Freiler
  • vor 13 Minuten
  • 4 Min. Lesezeit

"Unperfekt ist gut genug", sagte kürzlich eine Freundin zu mir, als ich mich bei ihr darüber beschwerte, dass ich (gefühlt)  immer zu wenig Zeit hätte und dass immer alles sooooo lange dauerte.

Ich sah sie erstaunt an. Mit dieser Aussage  hatte ich bei ihr nun wirklich nicht gerechnet.

"Was meinst du damit?", fragte ich sie.

Sie machte eine ausschweifende Handbewegung in ihrem Wohnzimmer und bat mich, mich umzusehen. "Was siehst du?",  forderte sie mich auf.

Ich sah mich also um und bemerkte einen Raum, in dem sich Zeitschriften auf dem Boden stapelten und Flipflops in der Ecke lagen, auf dem Couchtisch standen Gläser, die nicht wir benutzt hatten und auf der Couch lag Bügelwäsche und neben einem Blumentopf war etwas Erde verschüttet. "Findest du das Zimmer aufgeräumt und ordentlich?"

"Na, ja", meinte ich zögerlich. "Normalerweise sieht es aufgeräumter auf, wenn ich auf Besuch komme."

"Siehst du", sagte sie und lachte. "Genau das ist der Punkt. Stört dich die Unordnung?"

"Nein", antwortete ich, "überhaupt nicht."

"Ja, eben. Ich habe nicht aufgeräumt, es ist nicht perfekt sauber und ordentlich und:  es ist egal. Und", sie machte eine kurze Pause. "Und, ich hatte keinen Stress vor deinem Besuch, weil ich nicht für Ordnung gesorgt habe. Seitdem ich versuche, im Unperfekten zu leben, hat es mir unendlich viel Druck und Stress genommen."

Langsam begann ich zu verstehen, was sie mir sagen wollte. Auf dem Nachhauseweg überlegte ich: War es bei mir genauso? Hatte ich deshalb das Gefühl, keine Zeit zu haben, oft unter Druck zu stehen? Stand mir mein Perfektionismus im Weg? Warum hatte ich den Anspruch, alles perfekt erledigen, ständig perfekt sein zu wollen? Zwei Antworten fielen mir spontan ein: Kontrolle zu haben, und keine Fehler auszuhalten. Weil? Ja, warum war das so? Es war mir klar, dass auch bei mir mehr hinter diesem Anspruch steckte. Und ich überlegte, wie ich mit Fehlern umging, noch immer umgehe bzw. warum das Machen von Fehlern bei mir so negativ besetzt war.


WAS STECKT HINTER MEINEM PERFEKTIONISMUS?

Bei meiner Recherche zu diesem Thema lerne ich, dass Perfektionismus oft aus dem Wunsch nach Kontrolle und der Angst vor Fehlern kommt, so wie ich es mir gedacht habe. Weil wir gelernt haben, dass „perfekt“ sicherer ist. Ja, genau so war es bei mir. Und deshalb stellte ich bis vor kurzem auch sehr hohe Ansprüche an mich, wobei, wenn ich so darüber nachdenke, perfekt sein zu wollen, ist ein utopischer Anspruch, ein nicht erfüllbarer. Warum also? Ich lerne auch, dass dahinter meist der Gedanke steckt, dass, wenn ich alles richtig mache, nichts Schlimmes passiert. Und genau das erzeugt Stress. In Wahrheit ist es ein Schutzmechanismus, der mich lähmen würde, statt voranzutreiben, schreibt wikipedia.


WARUM ERLAUBE ICH MIR KEINE FEHLER?

Für mich fühlen sich Fehler - nicht mehr so oft wie früher, aber doch noch - ein wenig wie Versagen an. Dass sie Lernchancen sind, habe ich - tja - lernen dürfen, und seit ich die Fehler - meistens - als Chancen betrachte, haben sie auch - wie gesagt, meistens - ihren negativen Beigeschmack verloren. Ich kann besser mit ihnen umgehen, die Muster aus der Kindkeit sowie die Angst vor Kritik greifen dabei nicht mehr so stark, weil ich gelernt habe, Fehler als normal zu akzeptieren: Sie zeigen, dass ich lebe und wachse. Ganz einfach. Wenn es nur wirklich so einfach wäre, wie es klingt. Und auch das Scheitern finde ich nicht mehr schlimm, denn Scheitern heißt, es wenigstens versucht zu haben, hat mir einmal ein sehr weiser Bekannter gesagt.


MEIN WEG AUS DER PERFEKTIONISMUSFALLE - TIPPS, DIE MIR GEHOLFEN HABEN

  • Erfolge notieren und feiern, z. B. in einem Erfolgstagebuch – statt nur Fehler zu sehen und dabei auch

  • kleine Ziele (persönliche Meilensteine) setzen und „gut genug“ als Erfolg definieren, und auch ganz wichtig

  • jeden kleinen Meilenstein auch feiern! Erstaunlich, welch gutes Gefühl der Zufriedenheit das auslöst :-)

  • Absichtlich Mikrofehler einbauen, z. B. einen Tippfehler in einem Post lassen, diesen Tipp von einer Freundin wollte ich ausprobieren, habe aber gemerkt, das geht für mich gar nicht, aber z.B. mit der neuen Website online zu gehen, auch wenn sie gefühlt noch nicht "perfekt" ist, war für mich okay. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Welt nicht untergeht, und dass Dinge wachsen dürfen - auch eine sehr wichtige Erkenntnis für mich.


WAS BEWIRKT DAS UNPERFEKTSEIN?

Unperfekt zu sein reduziert also, kann ich aus eigener Erfahrung sagen, Druck und Stress enorm. Und auch, dass es ok ist, "nur" gut genug zu sein. Ich gebe sowieso immer mein Bestes, und manchmal oder öfter sind das eben nur 60 % oder 80 %, und ich finde es in Ordnung und vor allem auch mich in Ordnung. Und je öfter ich die Erfahrung mache, dass es tatsächlich in Ordnung ist, desto leichter fällt es mir - dieses "gut genug". Studien zeigen auch, dass Perfektionismus Depressionen und Stress fördert. Wenn meine Erwartungen an mich selbst nicht darin gipfeln perfekt sein zu müssen, sondern ich bei allem, was ich tue, mir mit Selbstmitgefühl und Selbstfreundlichkeit begegne, weil ich weiß, dass ich mein Bestes gebe, dann lässt mich "Gut genug" zufrieden, entspannter und innerlich ruhiger sein. Es ist extrem entlastend. Außerdem, was für mich perfekt ist, bedeutet vielleicht für jemand anderen erst "gut genug". Perfektionismus ist also subjektiv, d.h. die Erwartungen anderer erfüllst du sowieso nie.


Seit dieser Erkenntnis lebe ich leichter. Wenn du Perfektionismus kennst, kann ich dir nur den Tipp geben, probier's aus, unperfekt (was auch immer es für dich bedeutet) zu sein!


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Kommentare


Gerti E.

Ich bin schon seit einiger Zeit in Behandlung bei Margot und bin immer völlig entspannt nach einer Behandlung. Mein Anliegen ist hauptsächlich mein Schlaf, der wohl auch durch die Wechseljahre, schon länger ein Problem ist. Ich schlafe entweder zu wenig, wache oft auf und schlafe fast nie durch. Nach einer Behandlung bei Margot merke ich eine deutliche Besserung meiner Schlafqualität. Ich möchte die Behandlung nicht mehr missen, auch weil Margot mit ihrer besonnenen und ruhigen Art für mich ein optimaler Ruhepol ist und ich mir 2 x im Monat etwas Gutes tue, indem ich mir eine Shiatsubehandlung gönne.

Diana Dressler

Als ich Shiatsu bei Margot Freiler ausprobierte, war ich nicht darauf gefasst, wie sehr mein System herunterfahren und ich mich entspannen würde. Der Vorher-Nachher-Vergleich war frappierend, und mir wurde klar, wie gestresst mein System zu der Zeit war. Die Behandlung war super angenehm, und ich konnte danach erstmals wieder schlafen wie ein Bär. Herrlich!!! Ich bin schon gespannt, wie sich eine längerfristige Behandlung auf mein Leben auswirkt und werde auf jeden Fall wiederkommen. Herzlichen Dank für diese tolle Erfahrung und eine volle Empfehlung von mir an alle Frauen, die sich mal etwas richtig Gutes gönnen möchten: Do it!

Margot B.

Bereits bei der Begrüßung habe ich mich bei Margot richtig wohl gefühlt. Der erste Eindruck war richtig: Margot ist enorm einfühlsam und spürt genau, was mein Körper braucht.

© 2025 Margot Freiler, dipl. Shiatsu-Praktikerin

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