top of page

Testosteron in den Wechseljahren: der unterschätzte Gamechanger

  • Autorenbild: Margot Freiler
    Margot Freiler
  • 16. Juli
  • 5 Min. Lesezeit

2022 habe ich mit meiner Hormontherapie mit bioidenten Östrogen und Progesteron begonnen. Viele Beschwerden wurden schnell besser, und trotzdem blieb das Gefühl, da fehlt noch etwas.

Ich hatte weiterhin weniger Energie, weniger Kraft, war weniger belastbar. Lange schob ich es auf meine jahrelangen Schlafstörungen, die mir viel Energie geraubt hatten. Aber diese Erklärung fühlte sich nicht vollständig an. Irgendetwas in mir sagte: Es liegt an etwas anderem.

Zum Glück fand ich eine Gynäkologin, die sich auf Wechseljahresberatung spezialisiert hat, sich mit Hormonen sehr gut auskennt – und mir zuhörte. Sie nahm meine Schilderungen ernst. Das allein war für mich schon viel wert.

Sie empfahl mir, Testosteron als Ergänzung zu meinen bioidenten Hormonen Estradiol und Progesteron auszuprobieren. Für mich war es tatsächlich ein Gamechanger: Meine Energie, meine Kraft, meine innere Stabilität veränderten sich mit der Zeit spürbar. Anfangs habe ich mit unterschiedlichen Dosierungen experimentiert, bis ich die für mich passende Menge gefunden habe. Ich nehme die Testosteroncreme seit 1,5 Jahren und möchte sie nicht mehr missen.


Was mir damals also fehlte, war ein Baustein, der im Rampenlicht der Wechseljahre oft übersehen wird: Testosteron. Während fast alle Aufmerksamkeit auf Östrogen und Progesteron liegt, bleibt dieses Hormon meist unerwähnt – dabei kann sein Rückgang genau die Symptome erklären, die viele Frauen sonst nirgends einordnen können.


WAS IST TESTOSTERON?

Testosteron gehört zu den sogenannten Androgenen und wird bei Frauen in den Eierstöcken, den Nebennieren und im Fettgewebe gebildet – allerdings in deutlich geringerer Menge als bei Männern. Trotzdem hat es eine spürbare Wirkung auf viele körperliche und seelische Prozesse.


DIE ROLLE VON TESTOSTERON BEI FRAUEN

Auch im weiblichen Körper erfüllt Testosteron wichtige Aufgaben:

  • Unterstützung der Libido und sexuellen Lust

  • Förderung von Energie, Motivation und Antrieb

  • Beitrag zum Muskelaufbau und zur Knochengesundheit

  • Einfluss auf Stimmung, Selbstvertrauen und mentale Klarheit


Viele Frauen beschreiben ein Gefühl von „innerer Kraft“ und Stabilität, das auch mit einem ausgewogenen Testosteronspiegel zusammenhängt.


TESTOSTERON IN DEN WECHSELJAHREN

Anders als oft angenommen, ist der Testosteronrückgang kein Phänomen, das erst mit den Wechseljahren beginnt. Studien zeigen, dass der Testosteronspiegel bei Frauen bereits ab etwa 20 Jahren langsam und kontinuierlich sinkt – unabhängig vom Zyklus und lange bevor die Wechseljahre einsetzen. Die Wechseljahre selbst scheinen dabei, anders als beim Östrogen, keinen abrupten Einschnitt darzustellen, sondern eher einen weiteren Abschnitt in einem sehr langsamen, lebenslangen Prozess. Für viele Frauen wird dieser langjährige, schleichende Rückgang erst in den Wechseljahren spürbar – vermutlich, weil er dann mit dem deutlicheren Abfall des Östrogens zusammentrifft. Er kann sich zeigen durch:

  • Verminderte sexuelle Lust

  • Erschöpfung oder Antriebslosigkeit

  • Gefühl von „weniger bei sich sein“

  • Abnahme von Muskelkraft

  • Stimmungsschwankungen


WANN WIRD TESTOSTERON VERSCHRIEBEN?

Eine Testosterontherapie wird bei Frauen nicht routinemäßig eingesetzt, sondern gezielt und individuell. Häufig kommt sie in Betracht bei:

  • Deutlich verminderter Libido (Hypoactive Sexual Desire Disorder, HSDD)

  • Starker Beeinträchtigung der Lebensqualität trotz anderer Therapien

  • Nach sorgfältiger hormoneller Abklärung


Wichtig: Die Verordnung erfolgt off-label (außerhalb der offiziellen Zulassung), kostet an die 40 €, und sollte immer durch erfahrene Ärzt:innen begleitet werden.


MÖGLICHE WIRKUNGEN EINER TESTOSTERONGABE

Eine individuell angepasste Testosterontherapie kann:

  • Die sexuelle Lust und Empfindungsfähigkeit verbessern

  • Mehr Energie und Vitalität schenken

  • Das allgemeine Wohlbefinden steigern

  • Muskelkraft und körperliche Stabilität unterstützen


Meine Erfahrung nach mit über einem Jahr Testosterongabe: Ich kann alle angeführten Punkte bestätigen.


WAS IST ZU BEACHTEN?

Eine Testosterongabe braucht Sorgfalt und medizinische Begleitung:

  • Niedrige, individuell abgestimmte Dosierung ist entscheidend

  • Regelmäßige Kontrollen der Hormonwerte

  • Beobachtung möglicher Nebenwirkungen (z. B. Akne, vermehrte Körperbehaarung, Stimmveränderungen – selten bei richtiger Dosierung)

  • Kombination mit einem ganzheitlichen Ansatz (Ernährung, Bewegung, Stressregulation)


Testosteron ist kein Wundermittel – sondern ein möglicher Baustein in einem umfassenden, achtsamen Umgang mit den Wechseljahren.


GEWICHTSZUNAHME AM BAUCH IN DEN WECHSELJAHREN

Gerade die Zunahme am Bauch verunsichert viele Frauen in den Wechseljahren. Dahinter steckt meist nicht ein einzelnes Hormon, sondern ein Zusammenspiel aus sinkendem Östrogen, veränderter Körperfettverteilung, weniger Muskelmasse und Stress. Ob und wie stark dabei auch der Testosteronspiegel eine Rolle spielt, wird in der Forschung diskutiert – ein eindeutiger, belegter Zusammenhang zwischen sinkendem Testosteron und Bauchfett bei Frauen in den Wechseljahren besteht bislang nicht.


Viele Frauen bemerken in den Wechseljahren, dass sich der Körper verändert, obwohl sie nicht unbedingt mehr essen als zuvor. Häufig lagert sich Fett eher im Bauchbereich als viszerales Fett, am Po und an der Hüfte ab. Dazu tragen hormonelle Veränderungen bei, vor allem der sinkende Östrogenspiegel, aber auch weniger Muskelmasse, ein langsamerer Stoffwechsel und Stress verstärken diesen Prozess.


Ein möglicher indirekter Zusammenhang mit Testosteron wird diskutiert: Ein niedrigerer Testosteronspiegel könnte den Erhalt von Muskelmasse erschweren und damit indirekt die Fettzunahme im Bauchbereich begünstigen. Klar belegt ist das bislang aber nicht. Was hingegen gut dokumentiert ist: Niedrige Testosteronwerte hängen mit einem größeren Risiko für den Verlust an körperlicher Funktion und Muskelkraft zusammen – das allein macht Testosteron zu einem relevanten Faktor für Energie und Vitalität, unabhängig von der ungeklärten Bauchfett-Frage.


GANZHEITLICHER BLICK

Gerade in meiner Arbeit als Shiatsu-Praktikerin und Achtsamkeitstrainerin ist mir wichtig: Hormone wirken nie isoliert. Auch Nervensystem, Stresslevel, Selbstbild und Lebensstil beeinflussen, wie sich ein hormonelles Ungleichgewicht zeigt – und wie gut eine Therapie wirkt. Ein bewusster Zugang zum eigenen Körper bleibt die wichtigste Grundlage.


SHIATSU-GRIFFE ZUR UNTERSTÜTZUNG DER HORMONELLEN BALANCE

Genau hier setzt auch die körperorientierte Arbeit an: die achtsame, spürende Verbindung zum eigenen Körper. Fünf einfache Shiatsu-Griffe, die du in deinen Alltag einbauen kannst:


1. Unterbauch sanft halten

Lege beide Hände locker auf den Unterbauch und bleibe dort 1 bis 3 Minuten in ruhiger Atmung. Diese Haltung wirkt beruhigend, zentrierend und kann helfen, den Kontakt zum Beckenraum zu stärken.


2. Dantian-Bereich berühren

Der Dantian ist in der traditionellen chinesischen Medizin und im Qigong ein energe-tisches Zentrum im Unterbauch, das als Sitz der Lebenskraft (Qi) gilt und oft mit innerer Erdung und Stabilität verbunden wird.


Platziere eine Hand etwa drei Fingerbreit unterhalb des Nabels und die andere darüber oder seitlich am Bauch. Das sanfte Halten dieses Bereichs wird in der energetischen Arbeit oft mit Erdung, innerer Stabilität und weiblicher Balance verbunden.


3. Leichter Druck entlang der Beininnenseite

Mit Daumen oder Handballen kannst du die Innenseite der Beine sanft ausstreichen oder einzelne Punkte mit wenig Druck halten. In der Shiatsu-Praxis werden solche Griffe oft genutzt, um Spannung zu lösen und den Energiefluss im unteren Körper zu harmonisieren.


4. Füße und Knöchel halten

Halte beide Fußsohlen oder umschließe die Knöchel mit den Händen für einige Atemzüge. Das unterstützt das Gefühl von Sicherheit und Ruhe und ist besonders angenehm bei innerer Unruhe oder hormonell bedingter Anspannung.


5. Brustraum öffnen und ausgleichen

Lege die Hände auf Brustbein und obere Rippen oder arbeite sanft seitlich am Oberkörper. Diese Griffe können helfen, Stress abzubauen, die Atmung zu vertiefen und emotionale Spannungen zu regulieren.


ANWENDUNG IM ALLTAG

Für eine einfache Selbstpraxis reichen oft 5 bis 10 Minuten. Wichtig sind langsame, ruhige Berührungen, eine angenehme Wärme und eine entspannte Ausatmung. Shiatsu wird in der Begleitung der Wechseljahre häufig als sanfte Methode genutzt, um Beschwerden wie innere Unruhe, Hitzewallungen oder Stimmungsschwankungen ganzheitlich zu unterstützen.


Shiatsu-Griffe wie das sanfte Halten des Unterbauchs, das Berühren des Dantian-Bereichs oder das Umfassen der Füße können helfen, den Körper zu beruhigen und die hormonelle Balance auf achtsame Weise zu unterstützen.


EIN LETZTER GEDANKE

Testosteron ist kein Wundermittel – aber für manche Frauen kann es tatsächlich der fehlende Baustein sein, der wieder mehr Energie, Kraft und ein Gefühl von „bei sich sein“ zurückbringt. Wichtig ist dabei immer der ganzheitliche Blick: auf den Körper, das Nervensystem und die eigene innere Stimme, die oft schon weiß, wenn etwas nicht stimmt.


Wenn du spürst, dass dir trotz Hormontherapie etwas fehlt, oder wenn du dich mit sanften Shiatsu-Griffen selbst mehr in Kontakt mit deinem Körper bringen möchtest – ich begleite dich gerne dabei.

 
 
 

Kommentare


Gerti E.

Ich bin schon seit einiger Zeit in Behandlung bei Margot und bin immer völlig entspannt nach einer Behandlung. Mein Anliegen ist hauptsächlich mein Schlaf, der wohl auch durch die Wechseljahre, schon länger ein Problem ist. Ich schlafe entweder zu wenig, wache oft auf und schlafe fast nie durch. Nach einer Behandlung bei Margot merke ich eine deutliche Besserung meiner Schlafqualität. Ich möchte die Behandlung nicht mehr missen, auch weil Margot mit ihrer besonnenen und ruhigen Art für mich ein optimaler Ruhepol ist und ich mir 2 x im Monat etwas Gutes tue, indem ich mir eine Shiatsubehandlung gönne.

Diana Dressler

Als ich Shiatsu bei Margot Freiler ausprobierte, war ich nicht darauf gefasst, wie sehr mein System herunterfahren und ich mich entspannen würde. Der Vorher-Nachher-Vergleich war frappierend, und mir wurde klar, wie gestresst mein System zu der Zeit war. Die Behandlung war super angenehm, und ich konnte danach erstmals wieder schlafen wie ein Bär. Herrlich!!! Ich bin schon gespannt, wie sich eine längerfristige Behandlung auf mein Leben auswirkt und werde auf jeden Fall wiederkommen. Herzlichen Dank für diese tolle Erfahrung und eine volle Empfehlung von mir an alle Frauen, die sich mal etwas richtig Gutes gönnen möchten: Do it!

Margot B.

Bereits bei der Begrüßung habe ich mich bei Margot richtig wohl gefühlt. Der erste Eindruck war richtig: Margot ist enorm einfühlsam und spürt genau, was mein Körper braucht.

© 2025 Margot Freiler, dipl. Shiatsu-Praktikerin

bottom of page